Eigentlich unglaublich, aber dennoch Realität: die Deutsche Telekom hat den Betreiber einer Website abgemahnt, die ein Tool anbietet, über das man automatisiert Spielergebnisse und Tabellen aus dem Webportal fussball.de entnehmen kann. Der Betreiber der Site musste sofort alle Links und Beiträge von seiner Website entfernen und sieht sich einem Verfahren vor Gericht gegenüber, das mehrere tausend Euro kosten wird…
Nun stellt sich die Frage: wem gehören die Fussballergebnisse? Dem Verein, der sie melden muss (sonst bezahlt er nicht unerhebliche Summen) oder der Deutschen Telekom, die im Auftrag des DFB die Plattformen DFBnet und fussball.de betreibt.
Für mich eine klare Angelegenheit: Vereine, die vom DFB dazu “verdonnert” wurden, Hardware und Leitungen zu beschaffen, um die Ergebnisse rechtzeitig zu melden bzw. deren Kosten zu tragen, sollten auch über diese Daten verfügen können. Schließlich lebt die Site fussball.de davon, dass die Ergebnisse von den Vereinen eingetragen werden.
Für den kommenden Verbandstag in Wehr habe ich unserem Bezirksvorsitzenden diese Situation erläutert. Ich hoffe, dass der DFB entsprechend auf diese Geschichte reagiert.
Wenn man bedenkt, dass man mit 10 oder mehr Mannschaften pro Spieltag ca. 6 Begegnungen “von Hand” aktualisieren muss, kommt man auf fast 1000 Ergebnisse pro Saison und Verein – unnötige Arbeit für einen “Webmaster”, der seine Zeit eigentlich für andere Dinge verwenden sollte…
Ich habe gerade ziemlich erstaunt den beitrag gelesen. Es ist mir ein Rätsel, aus welchem Grund die Telekom auf diese Weise agiert. Mal abgesehen davon, dass man die Seite auf der verlinkt wurde auf einen Server z.B. auf den Caymen Islands transferieren könnte und somit dem Einfluss des deutschen Rechts entzöge, habe ich mal kurz recherchiert und bin auf folgneden Link gestoßen:
Da ist zu lesen, dass, wenn ein Werk (in dem Fall die Website http://www.fussball.de) von mehreren Parteinen gemeinsam erstellt wird (ist ja der Fall, da ohne die regelmäßige Eingabe der Ergebnisse, die Seite ziemlich wertlos wäre), jede der Parteien ein Verwertungsrecht hat. Ich bin kein Jurist, aber für mich ist die Sachlage ziemlich eindeutig. Die Links sind zulässig. Ich denke sogar, dass Verbot der Links könnte mit einer Gegenklage noch zum Schadensersatz führen (ist vielleich etwas weitgegriffen, aber schließlich wird das Verwertungsrecht ja dadurch beschnitten). Und noch angemerkt sei, dass ich von der ständig aufpoppenden Werbung ziemlich genervt bin und den Eindruck habe, die Telekom verdient damit nicht schlecht.
So jetzt hab ich mich wieder einigermaßen beruhigt, aber was raus muss, muss halt raus
Kommentar by benjamin kille — 20. Juli 2007 @ 23:07
Den Link auf fussball.de darf man noch setzen, alles andere (Frames usw.) ist verboten…
Kommentar by Dietmar Engler — 21. Juli 2007 @ 09:07